Wir brauchen Musik, um einfach mal abschalten zu können und zur Ruhe zu finden!
Juhu! Ein Interview mit Musiktherapeut und Musikologe Florian Nicoletti
„Es wird schon einen guten Grund haben, warum wir unsere Augen schließen können und unsere Ohren nicht. Diese sind ständig aufnahmefähig, nehmen unsere Umwelt direkt wahr und sind offen für die Welt“ (Nicoletti)
Hier kannst du das ganze Interview mit dem lieben Florian anschauen oder das Interview lesen
👉 Es lohnt sich auf alle Fälle das ganz Interview anzuschauen! (siehe unten!)
Warum wirkt Musik so stark auf uns Menschen? 🧡🧡🧡
Florian: Musik ist von Beginn an wichtig für uns und ist von Natur aus in uns Menschen verankert. Musik ist so essentiell für uns Menschen und spielt für uns alle eine große Rolle. Hier möchte ich auch eine Zitat von einem Musikstück (Abba „Thanks you for the music“) geben:
„I can dance bevor I could walk and I can sing bevor I could talk!“
Das Ohr ist ein Organ, was sich schon sehr früh im Mutterleib entwickelt und ein Organ, was man im Alltag nicht einfach ausschalten kann. Das Ohr nimmt die Umgebung immer wahr und zeigt auch dadurch, dass es sehr wichtig ist. Auch schafft es Musik sehr schnell, dass wir mal eine Auszeit von unserem Alltag bekommen. Es reicht ein Musikstück, um zur Ruhe zu kommen. Schmerzen rücken in den Hintergrund, die Fantasie wird angeregt und sie bringt uns einfach in eine andere Welt.
👉Wie war dein Bezug zur Musik?
Florian: Ich komme selbst aus einer musikalischen Familie. Eine Erinnerung und Verbindung zur Musik war meine eigene Spieluhr, die ich heute noch habe! Meine andere Erinnerung ist, dass mein älterer Bruder Flöte gelernt hat und ich immer bei seinen Vorspielstunden dabei sein durfte. Als ich die Geige gehört habe (damals wusste ich nicht, wie das Instrument heißt), wusste ich, das will ich lernen und durfte die Geige mit 4 Jahren beginnen. Danke an dieser Stelle an meine Eltern!
👉 Warum wolltest du Musik als dein Beruf ausüben?
Florian: Ich habe selbst schnell gemerkt, dass Musik mein Gemüt verändern kann. Die Musik gab mir Kraft, Energie oder spendete Trost. Mit 16 Jahren hatte ich diesen Gedanken, wenn es bei mir so ist, dann wird es bei anderen Menschen doch auch so sein. Damals bin ich schon auf die Musiktherapie gestoßen und durfte darüber auch eine Facharbeit schreiben. Mir war sofort klar, ich möchte etwas mit Musik in meinem Leben machen. Konzertfach wollte ich nicht studieren, da ich die Freude niemals verlieren wollte und mir Leistung und Perfektion nicht so wichtig war. So habe ich erst begonnen Musikwissenschaft zu studieren, was mir sehr geholfen hat, noch mehr die Hintergründe zu verstehen, warum Musik so eine Wirkung auf den Menschen hat. Aber ich habe gemerkt, ich möchte mit Menschen arbeiten und als der Lehrgang „Musiktherapie“ in Graz begonnen hatte, wusste ich das möchte ich zusätzlich studieren!
👉Hast du eine Erinnerung während der Ausbildung? Einen AHA – Moment, dass die Wirkungsweise über Musik bestätigt hat?
Florian: Der Moment, der mir am stärkesten in Erinnerung geblieben ist, war wirklich am allerletzten Tag der musiktherapeutischen Ausbildung. Da hatten wir Gruppenmusiktherapie. Es war so ein schöner Moment. Die Gruppe hat für eine Person, die sich in die Mitte legen durfte, Musik gespielt und improvisiert. Als ich an der Reihe war, war das ein unvergessliches Erlebnis. Das war so ganz stimmig und authentisch und hat mir Kraft gegeben und mich in meinem Vorhaben bestärkt! Das war wirklich die gesammelte Kraft der Musik, die auf mich einwirkte.
👉Wie ist es in St. Radegund? Was nimmst du dort wahr? Bekommst du Feedbacks von deinen PatientInnen? Tut ihnen Musik gut?
Florian: Die Menschen sind 6 Wochen dort in der Klinik und ich habe sie insgesamt 6 Sitzungen. Es gibt ja diese zwei Bereiche, den aktiven Teil und den rezeptiven Teil in der Musiktherapie. In diesen Woche versuche ich beide Bereiche abzudecken und gebe wirklich Raum, die Musik neu für sich selbst entdecken zu können.
Ich bekomme immer ganz unterschiedliches Feedback. Meine Predigt ist immer wieder, das bewusste Musikhören. Denn es ist ein großer Unterschied, ob ich Musik wirklich ganz bewusst wahrnehme oder nur nebenbei anhöre. Also sich wirklich hinsetzen und der Musik zu zuhören. Der Musik Raum geben. Da kommt dann oft das Feedback: Jetzt habe ich das Stück zum ersten Mal richtig wahrgenommen. Jetzt weiß ich endlich, worum es geht! Plötzlich wird die Wahrnehmung viel feiner!
👉Du hast ja selbst Musik im Kopf gegründet? Warum?
Florian: Ja die PatientInnen haben mich immer wieder gefragt, ob ich auch etwas privat anbiete, da der Bedarf für Musik so hoch ist. Als mich eine Patientin fragte, warum ich es eigentlich nicht mache, ist mir bewusst geworden, dass ich wirklich noch zusätzlich etwas gründen möchte, um noch mehr Menschen zu erreichen.
👉Warum sind Klangreisen deiner Meinung nach so wichtig?
Florian: Bei den Klangreisen, die ich anbiete, habe ich gemerkt, dass es für Menschen oft leichter ist zu entspannen und runterzukommen, wenn die Sprache auch irgendwann wegfällt. Die Musik ist offener und freier. Die Fantasie entscheidet selbst, wohin sie reisen mag und es fällt dadurch viel leichter zu entspannen. Viele Menschen sind ganz erstaunt, dass es dann doch so „leicht“ funktioniert.
👉Was sind deine drei Lieblingsinstrumente für die Entspannung?
Florian: Das Monochod, die Hang
Florian mit der Hang
👉Wie nutzt du Musik selbst im Alltag?
Florian: Nach der Arbeit genieße ich gerne auch einmal die Stille. Wenn mir nach Musik ist, lege ich so gerne zuhause eine Schalplatte auf. Meine Leidenschaft ist es gerade, neue Musikinstrumente zu suchen und ich setze mich gerne hin und probiere diese aus und schaue was macht es mit mir, wie kann ich diese spielen und wie kann ich diese Klänge in meine Arbeit integrieren.
👉Sind die Schallplatten deine Lieblingsmusik?
Florian: Ja. Ich liebe klassische Musik und wähle immer nach Zufallsprinzip eine Schalplatte aus 🙂
👉Was hast du für Tipps und Tricks für Erwachsene? Wie können wir mehr im Alltag entspannen?
Florian: AM Anfang muss es ja keine ganze Stunde sein, sondern um zu starten, reicht es, wenn es wirklich ein paar Minuten sind. Vielleicht ein Lied, ein Leiblingsstück. Dann geht es aber darum, diese Musik ganz bewusst zu gestalten und zu erleben!
Natürlich darf dabei getanzt und gesungen werden, aber dies sollte eben bewusst erlebt werden!
👉Wenn man kein Bezug zur Klassik hat? Sollte man es trotzdem ausprobieren?
Florian: Es gibt viel Musik, man muss nicht jede Musik mögen. Für Entspannung bietet sich die klassische Musik sehr an. Da gibt es wirklich viele Musikstücke, die einem gefallen könnten.
👉Beispiel, um einfach zu Beginnen: Arvo Part / Spiegel im Spiegel
👉Du improvisiert ja selbst ganz viel. Was ist, wenn Menschen sagen, ich bin nicht musikalisch, ich kann das nicht?
Florian: Ich versuch diesem Satz, immer mit einem „schmäh“ zu begegnen und sage dann: Das Wort kenn ich nicht! 🙂 Viel haben es einfach in der Schule gelernt, dass sie nicht singen können oder musikalisch sind. Meistens stimmt es aber nicht. Es gibt so viele Facetten und wir sollten einfach wieder der Musik neugierig begegnen. Ohne Druck! Es gibt kein richtig und falsch! Ein Erfolg ist schon, dass wir einfach wieder ausprobieren und uns trauen!
👉Bitte vollende mir folgende Sätze:
Musik ist für mich…“Liebe“
Wenn du ein Instrument wärst, welches wärst du? „Die Geige“
Hast du ein Lieblingslied aus der Kindheit? „Es wird scho glei dumpa“
Wenn du ein Ton wärst, welcher Ton wärst du? „Ein C“
👉 Deine Abschlussworte:
Nehmt Euch Zeit, um Musik wieder bewusst zu hören und wenn ihr wollt, schreib danach all Eure Erlebnisse auf und merkt den Unterschied!
👉 Wie kann man dich kontaktieren?
Schreibt mir gerne ein Mail, besucht mit auch meinen Klangreisen! Ich freu mich auf dich!
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