Worauf du bei der künstlerischen Bildung deiner Kinder achten solltest!

Oder: Warum „Künstlerische Bildung“ nicht gleich „Kreativer Ausdruck“ ist ❤

Ob Geigenstunden, Ballettunterricht oder Malkurse – die Möglichkeiten für künstlerische Bildung sind vielfältig! Toll, wenn Kinder schon in frühen Jahren mit Kunst in Kontakt kommen!

Aber: Nicht immer bedeutet künstlerische Bildung auch, dass ein Kind Raum bekommt, sich kreativ auszudrücken!

Wie das bei mir war

Als kleines Mädchen saß ich mit Begeisterung vor dem Fernseher, wenn das Deutsche Fernsehballett auftrat. Das wollte ich auch! Meine Eltern reagierten auf diesen Wunsch und schickten mich in eine Ballettschule.

So kam ich mit Klassischer Musik in Kontakt, lernte mich großzumachen, gerade zu stehen und die Knie durchzustrecken. Ich liebte es! Im Tanzen hatte ich sehr schnell und sehr früh meine persönliche Leidenschaft gefunden.

Umso älter ich wurde, umso wichtiger war es mir, technisch besser zu werden. Ich übte viel und fleißig. Ballett begleitete mich viele Jahre bis ins Erwachsenenalter. Nebenbei tanzte ich mich durch diverse andere Tanzsparten.

Wie kreativer Ausdruck in mein Leben kam

Als es um die Berufswahl ging, suchte ich erstmals nach einem Weg, meine Tanzliebe mit „Heilung“ in Verbindung zu bringen, weil mich auch dieses Thema seit jeher fasziniert hatte, und landete bei der Tanztherapie.

So kam ich mit freiem Tanzen in Kontakt… mit Tanztheater… mit tänzerischem kreativem Ausdruck.

Und ich war tief berührt.

Das war so anders. Da war auf einmal so viel Raum für das, was mich innerlich bewegte. Da war so viel Kontakt mit mir. Da war so viel Verbundenheit mit allem was ist.

Schwer, das genau zu beschreiben. 😉

Meine Zeit in der Tanztheater-Schule

Ich unterrichtete nun auch in einer kreativen Tanztheater-Schule für Kinder und Jugendliche. Das war wirklich anders als das, was ich selbst in der Ballettschule erlebt hatte.

Jede Woche wurde sich Zeit genommen für Technik und freies kreatives Improvisieren. Neben den Übungen an der Ballettstange gab es immer wieder Möglichkeiten, frei zu tanzen und sich kreativ auszutoben. Die Kinder konnten sich oft selbst etwas anhand eines bestimmten Themas tänzerisch erarbeiten.

Das eine ist nicht besser oder schlechter, es ist nur anders

Es geht mir überhaupt nicht darum geht, einen rein technischen Ansatz schlecht zu reden. Ganz im Gegenteil! Ich selbst liebe Technik! Ich liebte meine Ballettjahre und ich liebe es bis heute, in etwas besser zu werden!

Und Kinder lieben das auch!

Technik erweitert den Bewegungsspielraum für deine Improvisationen und ist eine wertvolle Basis – in jedem künstlerischen Bereich. Kreativer Ausdruck kann dadurch oft noch mehr erblühen!

Ich denke nur, dass es wichtig ist, das eine vom anderen zu unterscheiden. Nur so kannst du darauf achten, dass deinem Kind alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Kreativer Ausdruck bahnt sich seinen Weg

Das Vertrauen in den natürlichen kreativen Ausdruck deines Kindes ist wichtig!

Auch in meiner Kindheit kam Kreativer Ausdruck nicht zu kurz! Ohne, dass es irgendjemand forciert hätte, tanzte ich zu Hause meine eigenen Tänze, kreierte neue Tänze mit meiner Freundin vor dem Spiegel und tobte mich kreativ mit Stift und Papier aus.

Kinder sind meist noch sehr verbunden mit ihrem kreativen Ausdruck!

Dennoch ist es empfehlenswert, darauf zu achten, dass dein Kind künstlerische Angebote wahrnehmen kann, die sowohl Technik vermitteln als auch Raum für Kreativität lassen – denn auch im freien kreativen Rahmen gibt es hilfreiche Techniken! Kreativität bedeutet alles andere als Strukturlosigkeit!

Seid gemeinsam kreativ!

Außerdem kann ich aus eigener Erfahrung sagen:

Tanze, male, singe und musiziere mit deinem Kind, wann immer es geht!

Der Tag ist so viel leichter und entspannter und schöner, wenn ich ihn zusammen mit meinem Mädchen mit einem Tänzchen starte! Nichts bringt mein Kind und mich so schnell in Verbindung wie Kreativer Ausdruck!

Vielleicht, weil wir dann jede mehr mit uns selbst verbunden sind.
Vielleicht, weil es uns entspannt.
Vielleicht weil wir in diesen Momenten ohne Worte kommunizieren.
Vielleicht auch, weil es einfach so schön ist.

Gastbeitrag von Johanna Karle

Johanna Karle ist Pädagogin, Kreative Tanz- und Ausdruckstherapeutin und Integral-therapeutische Kunstpädagogin. Sie setzt sich dafür ein, dass Kreativer Ausdruck durch Tanz, Kunst und Musik usw. als kraftvolle Ressource wahrgenommen wird, die uns allen (Kindern und Erwachsenen) jederzeit zur Verfügung steht – vorausgesetzt wir erlauben uns, wieder Anfänger zu sein und die Kreativität durch uns fließen zu lassen, ohne etwas Bestimmtes zu wollen und ohne das Ergebnis zu bewerten.

Ihre Webseite: www.kreativer-ausdruck.de

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